2. Karlsruher Mobilitätsdatensymposium


Datum
26.11.2026 12:00

Mobilitätsdaten nutzen – Hands-On Open Data.

Ohne Mobilitätsdaten können keine innovativen Mobilitätslösungen entstehen. Doch in einem stark fragmentierten Markt ist der Zugang zu Daten eine große Herausforderung. Das Open-Data-Prinzip verspricht, dieses Hindernis zu überwinden.

Praxiserfahrungen, Best Practices, Hands-On-Beispiele und die Vernetzung mit offen verfügbaren Mobilitätsdaten stehen im Mittelpunkt unseres Symposiums. Wir laden Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft ein, sich zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam neue Impulse für die datengestützte Mobilität von morgen zu setzen. Themen des Symposiums:

  • Auffinden und Nutzen von Daten inklusive Qualitätssicherung der Daten
  • Beispiele für Mobilitätsanwendungen auf Basis offener Daten
  • Erfahrungen beim Bereitstellen von Daten inklusive rechtlicher und technischer Herausforderungen

Zielgruppe

Das Symposium richtet sich an alle, die datenbasierte Mobilität gestalten möchten – egal, ob sie Daten bereitstellen, nutzen oder sich zum Thema vernetzen wollen. Jetzt direkt auf Eventbrite anmelden!

Beitragen

Du möchtest eine Idee, ein Projekt oder ein Forschungsergebnis vorstellen und zeigen, wie du offene Mobilitätsdaten nutzt? Reiche bis zum 31.08.2026 Deine Kurzbeschreibung (max. 300 Wörter) für einen 10-minütige Impulsvortrag unter mobilitaetsdatensymposium@fzi.de ein!

Agenda

10:30 – 12:00 Mobility Café

12:00 Eintreffen mit Mittagsimbiss
13:00 Begrüßung
13:15 Session – Bewegungsdaten und Privatsphärenschutz

  • Wie lässt sich Mobilitätsverhalten datenschutzwahrend synthetisieren
    Gian Ledl-Truöl
    Der Vortrag stellt einen Ansatz vor, wie mithilfe eines Bayes’schen Netzwerks und unter Berücksichtigung von K-Anonymität wichtige Mobilitätseigenschaften und deren Abhängigkeiten erfasst und zur Erstellung neuer Mobilitätsprofile genutzt werden können. Diese Profile bestehen aus Wegeketten mit verschiedenen Attributen wie Verkehrsmittel, An- und Abfahrtszeiten sowie Wegezwecken und dienen als Eingabedaten für Verkehrssimulationen. Dadurch kann realitätsnahes Mobilitätsverhalten simuliert werden. Die Methode wurde anhand von Mobilitätsdaten von Hochschulangehörigen der Hochschule Esslingen evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass sich detaillierte Mobilitätsmuster realitätsnah synthetisieren lassen, ohne personenbezogene Bewegungsdaten direkt verwenden zu müssen.
  • Sind lokal verschlüsselte Mobilitätsdaten personenbezogen? Auswirkungen homomorpher Verschlüsselung auf das Datenschutzrecht.
    Valentin Rupp, Maurice Stenzel
    Mobilitätsdaten bieten vielfältige Potenziale für eine evidenzbasierte und bedarfsgerechte Gestaltung von Mobilität. Ihre Erhebung, Verarbeitung und Weitergabe ist jedoch datenschutzrechtlich anspruchsvoll. Der Impulsvortrag diskutiert, wann bei endgeräteseitig erhobenen Trajektorien ein Personenbezug entsteht und die DSGVO greift. Auf Grundlage der EDPB-Guidelines zur Anonymisierung und EuGH-Rechtsprechung zum relativen Personenbezug wird erörtert, ob homomorphe Verschlüsselung direkt auf dem Endgerät – bei geeigneter Ausgestaltung – Daten so schützen kann, dass sie außerhalb des DSGVO-Anwendungsbereichs verarbeitet werden können. Im Fokus steht damit das Potenzial verschlüsselter Analysen für eine niedrigschwellige Weitergabe lokaler Mobilitätsdaten.
  • Vortrag folgt
  • Local Differential Privacy for Multimodal Trajectories
    Jannik F. Hinrichs, Gabriele Gühring
    Wir erweitern den Ansatz der Local Differential Privacy-basierten Trajektorien-Anonymisierung auf multimodale Verkehrsdaten. Dafür werden für jedes Verkehrsmittel, wie Pkw, öffentlicher Nahverkehr, Fahrrad oder Fußwege separate Übergangsmatrizen erstellt, die die räumlichen Übergangswahrscheinlichkeiten zwischen den Zellen eines räumlichen Gitters beschreiben. Darüber hinaus wird der Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln modelliert. Damit adressieren wir eine zentrale Forschungslücke, da bisherige Arbeiten die Multimodalität individueller Trajektorien weitgehend unberücksichtigt lassen. Unser Ansatz ermöglicht es, anonymisierte synthetische Mobilitätsdaten zu erzeugen, die für Anwendungen wie Verkehrsflussanalysen, CO₂-Bilanzierung oder multimodale Routenplanung nutzbar sind. Die Qualität der synthetisierten Daten wird anhand von Nutzenmetriken evaluiert.

14:15 Pause
14:45 Session – Hands-On Open Data

  • Vernetzung der Sharing-Mobilitätsangebote durch offene Standards und Schnittstellen
    Jan Grüner
    Wie lassen sich Sharing- und Mikromobilitätsangebote nahtlos in digitale Mobilitätsplattformen integrieren? Das Forschungsprojekt „Unternehmensübergreifende Vernetzung der Sharing-Mobilitätsangebote durch offene Standards und Schnittstellen (FoPS 70.0971)“ zeigte, dass die Schnittstellenlandschaft noch immer von Insellösungen geprägt ist und welche Rolle offene Standards für die Mobilität der Zukunft spielen könnte und welche nichttechnischen Aspekte betrachtet werden müssen. Im Rahmen des Projektes wurden existierende Standards weiterentwickelt und einem Pilotprojekt einem Praxistest unterzogen. Das Ergebnis geht Ende des Jahres beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg in den Regelbetrieb. Der Vortrag gibt spannende Einblicke in technische, organisatorische und rechtliche Herausforderungen auf dem Weg zu einem vernetzten Mobility-as-a-Service-Ökosystem.
  • Die Mobilithek unter der Lupe: Findet man die Nadel im Datenheuhaufen?
    Julian Emmerich
    Offene Mobilitätsdaten gelten als Grundlage für neue Mobilitätsanwendungen. Die Mobilithek als Nationaler Zugangspunkt bietet dafür ein wachsendes Datenangebot, das weitgehend offen zugänglich ist. Doch nutzbar werden Daten erst, wenn sie auch gefunden und verstanden werden können. Eine Auswertung des Metadatenkatalogs zu drei Zeitpunkten zwischen 2024 und 2026 zeigt: Einträge sind in Teilen so unzureichend beschrieben, dass sie kaum gezielt auffindbar sind. Der Vortrag diskutiert, woran das liegt und was dazu beitragen kann, dass die Nadel im (Daten-)Heuhaufen leichter zu finden ist - und sich mit ihr auch nähen lässt.
  • Vortrag folgt
  • Shared Mobility Daten mit Planungssicherheit teilen
    Hans Morbach, Reinhard Otter, Tim Heek
    Für eine breite Bekanntheit von Shared-Mobility-Angeboten ist es wichtig, dass relevante Informationen zur Verfügbarkeit von Carsharing, Bikesharing aber auch z.B. dem Angebot an freien Lastenrädern verfügbar sind. Das funktioniert bislang vor allem im internationalen GBFS-Standard. Allerdings kann dieses Datenformat die zukünftige Verfügbarkeit eines Sharingfahrzeugs nicht abbilden. Zumindest bisher, denn mit der weltweit ersten Implementierung der Version 3.1 RC3 des GBFS-Standards lassen sich die Karlsruher „Lastenkarle“-Leih-Lastenräder nun weltexklusiv mit ihrem Buchungskalender in Auskunfts-Anwendungen darstellen. Diese Innovation wurde durch die Kooperation von Commons Booking im Verband Freie Lastenräder mit „Lastenkarle“ in Karlsruhe und MobiData BW® möglich. Die neuen Möglichkeiten der Darstellung von Sharingangeboten stehen damit ab sofort allen Mobilitätsanbietern und App-Entwicklern offen. MobiData BW® wird seine gebündelten Sharing-Datensätze in Absprache mit den Datengebern nach und nach um die neuen Funktionen erweitern.

15:45 Pause
16:15 Paneldiskussion
17:00 Get together bei Punsch & Glühwein

Komm vorbei und vernetze dich, gewinne spannende Einblicke bei den Sessions und entdecke neue Perspektiven bei der Panel-Diskussion! Nutze auch die Möglichkeit vormittags das Mobility Café zu besuchen.